Der Kranich bleibt am Boden

Piloten und Kabinencrews streiken am 12. Februar - hunderte Flugausfälle erwartet

Lufthansa-Cockpitbesatzungen und Kabinencrews streiken am 12. Februar

Lufthansa-Cockpitbesatzungen und Kabinencrews streiken am 12. Februar
   

Hunderte Flugausfälle erwartet: Lufthansa Crews streiken 24-stündig

Am Donnerstag, den 12.02.2026 streiken die Piloten und Kabinenbesatzungen der Lufthansa Kernmarke sowie der Lufthansa Cargo. Betroffen sind alle Starts ab Deutschland in der Zeit von 00:01 Uhr bis 23:59 Uhr und damit auch innerdeutsche Zubringerflüge zu den Drehkreuzen Frankfurt und München. Nicht betroffen sind dagegen die Tochtergesellschaften Eurowings und Swiss sowie Ita-Airways, Brussels Airlines und Discover. 

Vorsorglich hat die Lufthansa bereits mehr als 460 Flüge gestrichen, betroffen von den Streichungen sind knapp 70.000 Passagiere.

Pilotenvereinigung Cockpit kämpft für höhere Betriebsrenten

Rund 4.800 Beschäftigte der Pilotenvereinigung Cockpit sollen nach dem Willen der Gewerkschaft von höheren Beiträgen zur Rentenversicherung profitieren. Die Lufthansa Geschäftsführung sperrt sich bislang strikt und weist auf dadurch steigende Kosten bei gleichzeitig sinkender Profitabilität der Kernmarke hin. Streikmaßnahmen seien eine „völlig unnötige Eskalation“. Die Gewerkschaft hält dagegen und verweist auf allgemein steigende Lebenshaltungskosten und fehlende Anpassungen im Rentenalter.

Bereits Ende September 2025 hatte es unter den Piloten eine Urabstimmung mit dem Ergebnis einer deutlichen Mehrheit für Arbeitskampfmaßnahmen gegeben. Sprecher von Cockpit geben an, man habe der Lufthansa bewusst viel Zeit zum Nachdenken gegeben und mehrfach versucht vermittelnde Gespräche in Gang zu bringen – dies sei jedoch gescheitert und entsprechende Angebote „wurden vom Arbeitgeber nicht genutzt“.

Gewerkschaft UFO mit Warnstreik für Tarifsicherheit und Sozialplan bei Stellenabbau

Etwas andere Ziele verfolgt die Kabinengewerkschaft UFO (Unabhängige Flugbegleiter Organisation) mit einem für den gleichen Tag angesetzten Warnstreik. Die Gewerkschaft sieht sich und ihre mehr als 10.000 Mitglieder gleich in mehreren Belangen massiv unter Druck gesetzt. 

Zum einen seien bei der Lufthansa und speziell bei der Lufthansa Cityline durch den stark steigenden Kostendruck bei der schon erwähnten sinkenden Profitabilität ein Stellenabbau von rund 800 Mitarbeitenden zu erwarten, ein tariflicher Sozialplan fehle hierfür. 

Dann das Thema Tarifverträge: bei der Lufthansa Kernmarke stehe das Thema Manteltarifvertrag an, bislang sei aber seitens der Geschäftsführung kein Zeichen für einen Verhandlungsbeginn gekommen.

Zum Anderen möchte UFO der Entwicklung entgegentreten, dass Angestellte in neu gegründeten Tochtergesellschaften wie der Discover Airlines und der Lufthansa City Airlines zu deutlich niedrigeren Tariflöhnen arbeiten müssen. 

Auch am Freitag noch Flugausfälle und Verzögerungen möglich

Wie bei solchen Anlässen üblich stehen auch am Freitag dann nicht alle Flieger dort, wo sie eigentlich sein sollen – und auch die Crews werden sicher nicht immer pünktlich an ihren Einsatzorten sein. Aus diesem Grund ist absehbar, dass es im Flugbetrieb der Lufthansa auch am Freitag noch zu vereinzelten Flugausfällen, Re-Routings und Verspätungen kommen wird. Die Lufthansa bittet ihre Passagiere, sich frühzeitig auf ihren online-Portalen über ihre jeweiligen Flüge zu informieren.

Eine Boeing 747-800 der Lufthansa beim Takeoff vom Flughafen Frankfurt am Main

Linktipp zum Weiterlesen:

Interessanter Hintergrundartikel auf Welt.de zur aktuellen Tarifauseinandersetzung zwischen der Pilotenvereinigung Cockpit und der Lufthansa.

"Streik trotz 10.000 Euro Rente – Bei den Lufthansa-Piloten eskaliert der Klassenkampf"

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