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ToggleStartunfall in Louisville
Eine Frachtmaschine vom Typ McDonnell Douglas MD-11 der United Parcel Service ist am Dienstag, den 04.11.2025 etwa um 17:15 Uhr Ortszeit direkt nach dem Start vom Muhammad Ali International Airport in Louisville, Kentucky, USA abgestürzt und in einem großen Feuerball explodiert. Die Besatzung und mehrere Menschen am Boden haben das Unglück leider nicht überlebt.
Bildquelle: Hamproductions/ Wikipedia unter CC-Lizenz
MD 11 fängt schon auf der Startbahn Feuer und verliert ein Triebwerk
Die vollbeladene Frachtmaschine, eine 34 Jahre alte MD 11 mit dem Kennzeichen N259UP sollte einen achteinhalb stündigen Flug (Flugnummer UPS Airlines 2976) von Louisville (KSDF) zum hawaiianischen Daniel K. Inouye International Airport (PHNL) in Honolulu durchführen. Es ist davon auszugehen, dass die Maschine nahezu vollgetankt zum Holding Point rollte.
Videos, die von dem Unfall existieren, machten schnell deutlich, dass die MD 11 schon auf der Startbahn 17 R an der linken Tragfläche von der Tragflächenvorderkante her Richtung Tragflächenwurzel Feuer gefangen hatte. Ein Triebwerksbrand, möglicherweise infolge eines sogenannten „Uncontained Engine Failures“ hatte sich entwickelt.
In der Folge gewann die Maschine nur wenig Höhe und stürzte nach wenigen hundert Metern Flugweg in flachem, quasi über den Boden schleifendem Winkel in ein Industriegebiet, wo sie in einem großen Feuerball explodierte. Vor Ort befinden sich mehrere Recyclingfirmen, darunter auch ein Unternehmen für das Recyceln entzündlicher Erdölprodukte – eine Tatsache, die die Situation am Boden natürlich noch verschlimmerte.
Von Louisville in Kentucky aus steuert die aktuell zweitgrößte Frachtfluggesellschaft der Welt ihr komplettes Air-Cargo-Geschäft. In Louisville befinden sich sowohl der Firmensitz der UPS Airlines als auch ihr größtes Drehkreuz, von dem täglich bis zu 300 UPS-Flüge von den mehreren tausend Mitarbeitern abgefertigt werden.
Die UPS Airlines halten derzeit ca. 290 company-owned Flugzeuge in Betrieb, bei Bedarf wird dazugeleast. Etliche kleine Fluggesellschaften werden mit Zubringerflügen zu den großen Drehkreuzen beaufragt und tragen zum Teil ebenfalls die bekannte UPS-Lackierung.
Der Absturz hat einen hohen Blutzoll gefordert. Neben den drei UPS-Crewmitgliedern haben weitere 11 Menschen am Boden ihr Leben verloren, etwa 15 Menschen wurden zum Teil schwerstverletzt. Die Suche nach Vermissten wurde inzwischen eingestellt, jedoch gelten noch 7 Menschen als nicht gefunden oder eindeutig identifiziert.
Sofort nach dem Unfallgeschehen war das völlig ausgebrannte und auch mechanisch massiv deformierte linke Triebwerk der MD 11 auf der Startbahn gefunden worden.
Nach ersten Aussagen von Mitarbeitern des NTSB wird natürlich insbesondere in Bezug auf einen möglichen „Uncontained Engine Failure“ während des Startvorgangs ermittelt. Warum jedoch die Maschine mit zwei noch laufenden Triebwerken quasi null Steigleistung erzeugen konnte, ist ebenfalls noch Gegenstand der aktuellen Ermittlungen durch das NTSB.
Ein dreistrahliges Flugzeug kann immer noch sicher fliegen, wenn eines der drei Triebwerke ausfällt. So zumindest die Theorie. Und tatsächlich kommt so etwas auch im praktischen Flugbetrieb immer wieder vor.
Sei es mitten im Takeoff, auf Reiseflughöhe oder 20 Meilen vor dem Aufsetzpunkt: Jeder trainierte Pilot sollte solche Situationen beherrschen und sofort mit antrainierten Gegenmaßnahmen reagieren können. Selbst bei zweistrahligen Jets ist es in der Regel kein Drama, wenn ein Triebwerk den Dienst versagt. Der Captain eures Vertrauens wird das Flugzeug stabilisieren, und mit der verbleibenden Engine das Flugzeug sicher und kontrolliert zur Landung bringen. Denn für genau diese Situationen gibt es regelmäßige Trainings im Simulator, die für das fliegende Personal nicht optional sondern vorgeschrieben sind.
Nun gibt es aber leider auch Ausnahmen von der Regel – also die berühmte Verkettung von Ursachen, wo Eines zum Anderen führt. Oder wie es in einer bekannten Fernsehserie heisst: „Katastrophen geschehen nicht einfach, sie sind das Ergebnis einer Kette unglücklicher Ereignisse…“.
Was genau bei Flug UPS 2976 am Ende möglicherweise diese Kette unglücklicher Ereignisse ausgelöst hat und wodurch die MD 11 in Louisville tatsächlich zum Absturz gekommen sein könnte, das erzählt euch der bekannte Youtuber und Senior First Officer bei der Condor Pascal Schmidt anhand seiner Analyse des vorläufigen Untersuchungsberichts der NTSB vom November 2025:
Bevor Du Dir das Video
anschaust: den vollständigen Zwischenbericht der NTSB zum Absturz der UPS MD 11 mit dem N-259UP kannst Du Dir hier anschauen.
